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5 Tipps für deine Mischkultur mit Spinat

Zuletzt aktualisiert am 28. Mai 2026 von Rene Franz

Spinat in Mischkultur ist eine wahre Superpflanze. Es gibt eigentlich keinen Grund keine Mischkultur mit Spinat anzubauen, selbst wenn du Spinat nicht gerne isst. Denn Spinat sendet Stoffe aus, die das Wachstum fast aller anderen Pflanzen fördern und Erträge steigern. Egal ob eine räumliche Nähe oder eine zeitliche Abfolge – Spinat im Beet ist fast immer eine gute Wahl, da er sich mit fast allen Pflanzen gut verträgt1. Zudem gelingt er einfach und schnell und kann zu den meisten Jahreszeiten angebaut werden.

(Titelbild: spql / stock.adobe.com)

Mein Name ist Rene Franz, ich bin Dipl. Permakultur Designer und zertifizierter Holzer-Permakultur Praktiker. Ich beschäftige mich jetzt schon seit einigen Jahren, theoretisch wie praktisch, mit der Permakultur und habe sie in meinem eigenen Garten, aber auch bei Kunden geplant und umgesetzt. Ich möchte dir dabei helfen, dein eigenes sicheres Selbstversorgungssystem für dich und deine Familie in stürmischen Zeiten zu schaffen. Und nebenbei auch noch etwas für deine mentale Gesundheit zu tun. Denn Gärtnern ist nicht nur Nahrung anbauen, sondern auch Nahrung für den Geist. Mischkulturen gehören zu jeder Selbstversorgung mit dazu und deshalb findest du hier auf dem Blog viele Ressourcen rund um Mischkultur, Fruchtfolge und weiteren Themen.

Mischkultur mit Spinat Gute Nachbarn

Wie oben schon kurz angeteasert ist der Spinat eine äußert nutzbringende Gemüsesorten im Mischkultur Garten. Hier eine Liste mit Guten Nachbarn für Spinat:

Spinat wird also sehr vielseitig als Guter Nachbar für viele andere Pflanzen eingesetzt. Das geht sogar soweit, dass Gertrud Franck ihn als unabdingbare Basispflanze einsetzt und ihn jedes Jahr auf allen später aufgebauten Mulchwegen (mehr dazu unten) aussät und ihn später an Ort und Stelle abhackt.

Der Grund für diesen fast schon obligatorischen Einsatz von Spinat (Bei Gertrud Franck ist er das wirklich) sind bestimmte Stoffe die der Spinat an den Boden abgibt, so genannte Saponine. Diese Saponine verbessern die Aufnahmefähigkeit von Nährstoffen in den Pflanzenzellen der Nachbarpflanzen und das fördert natürlich das Wachstum und damit die möglichen Erträge der ganzen Spinat Mischkultur.11,12

Und damit nicht genug. Auch der Schattenwurf der Spinatblätter sorgt – vor allem im Frühjahr ausgesät – für eine Schattengare. Das bedeutet, dass der Boden vor zu starkem Sonnenlicht geschützt wird und sich die Bodenorganismen im Boden ungestört vermehren und den Boden humoser machen können. Des Weiteren schütze die Blätter natürlich auch vor Wind- und Wassererosion. Es wird also nichts weggeschwämmt, verweht oder verschlammt.13

Mischkultur mit Spinat Schlechte Nachbarn

Natürlich gibt es aber auch beim Spinat Gemüsesorten die nicht so richtig gut passen. Hier ein Überblick über Schlechte Nachbarn bei Spinat:

Obwohl Spinat in Mischkultur also eine Wunderpflanze für viele andere Pflanzen ist, hat auch er seine schlechten Nachbarn. Bei Mangold, Rote Bete und Gartenmelde ist der Hintergrund die gleiche Pflanzenfamilie (Gänsefußgewächse). Da sie alle aus der gleichen Familie stammen, haben sie ein ähnliches Nährstoffprofil und können sich so Konkurrenz im Garten um die verfügbaren Nährstoffe machen.

Aus dem gleichen Grund werden sie auch oft von den gleichen Schädlingen heimgesucht: Fadenwürmer (Nematoden) machen ihnen oft Probleme. Durch eine Schutzpflanzung von Ringelblume kannst du die schädlichen Bodenwürmer aber fernhalten. Eine weitere Pflanzenkrankheit ist der falsche Mehltau, welcher sich bei gleichzeitigem Anbau der drei Gänsefußgewächse schneller ausbreiten kann, als wenn du die Pflanzenfamilien durchmischst.

So baust du den Spinat in Mischkultur als Guten Nachbarn an

Genug der Theorie, kommen wir in die Praxis. Wie kannst du den Spinat jetzt konkret als guten Nachbar in deinem Beet anbauen? Neben zwei etwas komplexeren Methoden, auf die ich weiter unten eingehen werde, kann ich dir hier schonmal 3 einfache Wege vorstellen:

  • Spinat als Vorkultur anbauen
  • Spinat Mischkultur direkt mit dem Gemüse anbauen
  • Spinat als Nachkultur anbauen

Fangen wir an mit dem Anbau von Spinat in der Vorkultur. Das funktioniert natürlich am besten auf Beeten oder Gemüsereihen wo erst später nach den Eisheiligen frostempfindliche Arten (z. B. Tomaten, Paprika, etc.) angepflanzt werden, denn es ist genug Zeit für den Spinat sich zu entwickeln. Spinat kann aber in der Regel bereits ab März ausgesät werden und eine Ernte ist dann meist schon Mitte April möglich. Es geht also auch als Vorkultur für frühere Gemüsesorten. Du kannst den Spinat in der Vorkultur entweder in Reihen oder auch breitwürfig aussäen. Es ist empfehlenswert den Spinat nicht komplett abzuernten, sondern auch Pflanzenteile in der Erde zu lassen, damit sich die oben genannten Saponine als Wachstumsförderer für die Hauptkultur im Boden anreichern können.

Wenn du bei der Mischkultur mit Spinat eine direkte Kombination mit Gemüsepflanzen im Auge hast, ist das auch an vielen Stellen problemlos möglich. Der Grund: Spinat ist recht schwach- und kleinwüchsig und bildet kaum tiefe Wurzeln aus. De Facto ist er also keine Konkurrenz für andere Pflanzen, wenn du den Zeitpunkt richtig hinbekommst. Denke immer daran: Spinat ist eine Begleitkultur, die sich der Leitkultur unterordnen soll. Säe den Spinat also ggf. etwas später zu deiner Begleitkultur (je nach Größe und Wuchsstärke der Leitkultur), damit es gerade in der wichtigen Anwuchsphase keine Konkurrenz um Licht geben kann.

Wenn du Spinat eher als Nachkultur anpflanzen möchtest, kannst du das auch ohne Probleme tun. Für die meisten Spinatsorten ist eine späte Aussaat ebenso möglich wie eine frühe. Die Sorten “Butterflay“, “Thorin” und “Winterriesen” können allesamt ab Ende Juli noch einmal ausgesät werden mit dem frühesten Erntezeitpunkt ab Anfang September und einer durchgängigen Erntemöglichkeit im Winter, je nach Stärke der Fröste. Spinat lässt sich auch hervorragend im Wintergewächshaus als lebendige Gründüngung durch den Winter erhalten. Hier hast du dann schon einen Effekt für die Mischkulturen der nächsten Saison.

Mischkultur mit Spinat in Reihen anbauen

Mischkultur mit Spinat Reihenanbau
Spinatanbau in Reihen für die später entstehenden Mulchwege der Reihenmischkultur. Bild: Axel Gutjahr / stock.adobe.com

Kommen wir nun zu einer der etwas komplexeren Methoden, auf die ich oben schon angespielt habe. Im Grunde genommen gibt es in der Mischkultur zwei große “Schulen”, die einen etwas systematischeren Ansatz des Mischkultur-Gartens vermitteln. Einer davon ist die Reihenmischkultur nach Gertrud Franck. Bei dieser wird das Gemüse grob gesprochen in Reihen angebaut, die von gleich breiten Wegen abgewechselt werden.

Der Spinat kommt in dieser Form des Mischkultur-Anbaus gar nicht als eigenständiges Gemüse vor, sondern ist Grundlage jeder Saison.

Was heißt das konkret?

Spinat wird im Frühjahr auf allen Wegen ausgesät und zwar ausnahmslos. Die Wege sind nämlich keine starren Konstrukture, sondern lebendige Trittwege auf denen nach und nach Mulch aufgebaut wird, um den Boden zu regenerieren. Wege und Kulturreihen wechseln sich nämlich jedes Jahr ab. Durch die Spinat-Aussaat auf den Wegen wird im Frühjahr die erste Basis für das “aufmulchen” des Wegs gelegt und natürlich gelangen so wichtige Saponine in den Boden, die das Gemüse im nächsten Jahr gut gebrauchen kann.

In dieser Mischkultur-Methode ist Spinat also streng genommen “nur” eine Vorkultur, die eine Ernte als Nebeneffekt abwirft. Auf den Kulturreihen selbst findet kein Spinatanbau statt, auch als Nachkultur kommt er in aller Regel nicht zum Einsatz. Auf diese Weise ist übrigens auch an die Fruchtfolge gedacht, denn Mulchwege und Kulturreihen wechseln sich, wie oben schon gesagt, jedes Jahr ab. Der Spinatanbau macht deshalb also keine Probleme mit Bodenmüdigkeit oder Krankheiten im Boden.

Mischkultur mit Spinat in Beeten anbauen

Die zweite große Schule des Mischkultur-Gartens ist die Beetmischkultur nach Schwester Christa Weinrich. Sie hat in der Klosterabtei Fulda ihre ganz eigene Methode des Mischkultur-Anbaus entwickelt und setzt sehr viel stärker auf feste Beete mit statischen Trittwegen dazwischen und auf feste Beetvorlagen, die sie im Anbau immer wiederholt.

Spinat spielt bei dieser Methode keine so wichtige Rolle wie bei der eben vorgestellten Reihenmischkultur, dennoch kommt er in manchen Beetvorlagen vor und Spinat ist dort als Guter Nachbar gerne gesehen:

Mischkultur mit Spinat Anbauplan
Mischkultur Plan für eine Mischkultur mit Spinat,m Erbsen, Feldsalat und Chinakohl. Eigene Abbildung auf Basis von Schwester Christa Weinrich: Schwester Christas Mischkultur Seite 53 f.

Die oben dargestelle Beetvorlage wird so in Schwester Christas Büchern beschrieben und wurde von mir ein ein Arbeitsblatt eingetragen, welches die Beetvorlage für jeden einfach umsetzbar macht, ohne immer in den Büchern nachlesen zu müssen. Die oben genannte Beetvorlage kannst du wie folgt umsetzen:

  • Das Beet ist 1,20 Meter breit
  • Im März werden mit 20 Zentimeter Abstand zu den Rändern zwei Reihen Erbsen in Horstsaat ausgesät, an jedem Ende des Beets eine Reihe.
  • Mit einem Abstand von 30 Zentimetern zu den Erbsenreihen werden zwei Reihen Spinat ausgesät.
  • Mit einem Abstand von 10 Zentimetern zu den beiden Spinatreihen wird noch eine Reihe Radiesschen ausgesät
  • Ende April / Anfang Mai sind die Radiesschen erntereif und werden abgeerntet. Der Platz bleibt frei, um die größer werdenden Erbsen laufend ernten zu können. Auch der Spinat kann laufend geerntet und ggf. nachgesät werden. Die Erbsen werden über den Spinat hinaus wachsen, aber das ist für den Spinat nicht unbedingt schlimm.
  • In Zwischenzeit werden natürlich die Erbsen geerntet während sie dauernd nachreifen.
  • Im August kann als Späte Kultur noch Chinakohl zusammen mit Feldsalat ausgepflanzt werden. Dieser gelingt noch bis zum Saisonende. Es werden drei Reihen ausgesät, mit einem Abstand von 20 Zentimetern zu den Rändern und jeweils 40 Zentimetern zu der Reihe in der Mitte.

Dieser Anbauplan für die Mischkultur mit Spinat zeigt, wie Spinat sinnvoll als Guter Nachbar mit Kohlarten, Erbsen und Radiesschen kombiniert werden kann. Du benötigst dafür lediglich das passende Saatgut und ein Beet mit 1,20 Meter breite. In der Länge kannst du es bei Bedarf beliebig fortführen / erweitern.

Wie klappt das Ganze jetzt mit der Fruchtfolge auch in der Beetmischkultur? Damit sich hier der Spinat wegen der oben beschriebenen Selbstunverträglichkeit nicht irgendwann durch zu häufigen Anbau selbst Probleme macht, solltest du die Beete abwechseln. Du kannst also einfach im nächsten Jahr eine andere Beetvorlage ohne Spinat benutzen und solltest dann keinerlei Probleme haben. Mit der obigen Beetvorlage bist du also für das erste Jahr gut gerüstet und kannst dir dann hier auf dem Blog eine der vielen weiteren Beetvorlagen heraussuchen.

Fazit

Die Mischkultur mit Spinat ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, deine Gemüsepflanzen mit Saponinen zu stärken, mehr Erträge einzufahren und insgesamt einen gesünderen Mischkultur-Garten zu schaffen. Du hast 3 Möglichkeiten, eine Spinat Mischkultur zu etablieren. Du kannst die Liste mit Guten Nachbarn nutzen, und den Spinat direkt zu den Guten Nachbarn dazupflanzen. Du kannst auch die Reihenmischkultur nach Gertrud Franck nutzen und Spinat immer im Frühjahr auf den Mulchwegen anbauen. Oder du nutzt einen der Anbaupläne von Schwester Christas Beetmischkultur und kombinierst den Spinat somit direkt mit ertragsstarken Gemüsesorten.

Einzelnachweise

  1. Auf Gute Nachbarschaft. Mischkultur im Garten. Gemüse – Kräuter – Zierpflanzen. Von Nathalie Faßmann, Pala Verlag. Abschnitt: “Vorgänger, Nachfolger und Lückenfüller”. ↩︎
  2. Schwester Christas Mischkultur. Biologisch gärtnern mit dem gesammelten Wissen der Klosterfrauen. Von Schwester Christa Weinrich und Jutta Langheineken. Verlag Eugen Ulmer, 2023. Seite 44 ↩︎
  3. Schwester Christas Mischkultur. Biologisch gärtnern mit dem gesammelten Wissen der Klosterfrauen. Von Schwester Christa Weinrich und Jutta Langheineken. Verlag Eugen Ulmer, 2023. Seite 44 ↩︎
  4. Schwester Christas Mischkultur. Biologisch gärtnern mit dem gesammelten Wissen der Klosterfrauen. Von Schwester Christa Weinrich und Jutta Langheineken. Verlag Eugen Ulmer, 2023. Seite 44 ↩︎
  5. Schwester Christas Mischkultur. Biologisch gärtnern mit dem gesammelten Wissen der Klosterfrauen. Von Schwester Christa Weinrich und Jutta Langheineken. Verlag Eugen Ulmer, 2023. Seite 44 ↩︎
  6. Schwester Christas Mischkultur. Biologisch gärtnern mit dem gesammelten Wissen der Klosterfrauen. Von Schwester Christa Weinrich und Jutta Langheineken. Verlag Eugen Ulmer, 2023. Seite 44 ↩︎
  7. Schwester Christas Mischkultur. Biologisch gärtnern mit dem gesammelten Wissen der Klosterfrauen. Von Schwester Christa Weinrich und Jutta Langheineken. Verlag Eugen Ulmer, 2023. Seite 44 ↩︎
  8. Schwester Christas Mischkultur. Biologisch gärtnern mit dem gesammelten Wissen der Klosterfrauen. Von Schwester Christa Weinrich und Jutta Langheineken. Verlag Eugen Ulmer, 2023. Seite 44 ↩︎
  9. Schwester Christas Mischkultur. Biologisch gärtnern mit dem gesammelten Wissen der Klosterfrauen. Von Schwester Christa Weinrich und Jutta Langheineken. Verlag Eugen Ulmer, 2023. Seite 44 ↩︎
  10. Schwester Christas Mischkultur. Biologisch gärtnern mit dem gesammelten Wissen der Klosterfrauen. Von Schwester Christa Weinrich und Jutta Langheineken. Verlag Eugen Ulmer, 2023. Seite 44 ↩︎
  11. Auf Gute Nachbarschaft. Mischkultur im Garten. Gemüse – Kräuter – Zierpflanzen. Von Nathalie Faßmann, Pala Verlag. Abschnitt: “Saponine” ↩︎
  12. Gesunder Garten durch Mischkultur. Gemüse, Blumen, Kräuter, Obst: Altes Gartenwissen neu entdeckt. Von Gertrud Franck und Brunhilde Bross-Burkhardt. Oekom Verlag. Abschnitt: “Spinateinsaat im Frühjahr”. ↩︎
  13. Mischkultur im Hobbygarten. Von Schwester Christa Weinrich, Verlag Eugen Ulmer. Seiten 16-17 ↩︎
  14. Schwester Christas Mischkultur. Biologisch gärtnern mit dem gesammelten Wissen der Klosterfrauen. Von Schwester Christa Weinrich und Jutta Langheineken. Verlag Eugen Ulmer, 2023. Seite 90 ↩︎
  15. Schwester Christas Mischkultur. Biologisch gärtnern mit dem gesammelten Wissen der Klosterfrauen. Von Schwester Christa Weinrich und Jutta Langheineken. Verlag Eugen Ulmer, 2023. Seite 90 ↩︎
  16. Schwester Christas Mischkultur. Biologisch gärtnern mit dem gesammelten Wissen der Klosterfrauen. Von Schwester Christa Weinrich und Jutta Langheineken. Verlag Eugen Ulmer, 2023. Seite 90 ↩︎
  17. Auf Gute Nachbarschaft. Mischkultur im Garten. Gemüse – Kräuter – Zierpflanzen. Von Nathalie Faßmann, Pala Verlag. Abschnitt: “Gemüsearten und ihre Partner”. ↩︎

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