Zuletzt aktualisiert am 15. April 2026 von Rene Franz
Himbeeren sind perfekt für den eigenen Naschgarten oder auch für die Beerenversorgung für das morgendliche Müsli. Himbeeren lassen sich in Mischkultur hervorragend mit allerlei Anbauformen kombinieren. Ob du eine Himbeeren Mischkultur mit Gemüse, Kräutern, Sträuchern oder im Waldgarten planst – es gibt viele Wege. In diesem Beitrag erkläre ich dir, welche Möglichkeiten es gibt und wie du sie konkret anbauen kannst.
(Titelbild: alicja neumiler / stock.adobe.com)
Mein Name ist René Franz und ich bin Dipl. Permakultur Designer und zertifizierter Holzer Permakultur-Praktiker (Krameterhof). Schon als Kind habe ich auf dem Land im Garten meiner Eltern angefangen zu gärtnern und auch heute betreibe ich einen eigenen Garten und Balkongarten. Ich möchte dir dabei helfen dein eigenes Selbstversorger-Paradies zu Gestalten. Denn die Welt um uns herum wird immer unsicherer, und mit Selbstversorgung und Permakultur können wir alle uns wieder ein Stück weit unabhängiger und sicherer machen.
Auf dem Blog findest du viele verschiedene Beiträge rund um Permakultur, Selbstversorgung und natürlich Mischkulturen. Falls du Fragen hast, kommentiere einfach unter diesem Beitrag.
Inhaltsverzeichnis
Himbeeren Mischkultur mit Gemüse
Mischkulturen lassen sich sehr gut mit Gemüse kombinieren, allerdings sind Himbeeren in diesem Fall dann immer die dominante und standorttreue Pflanze. Kurze gesagt: Das Gemüse kommt und geht, die Himbeere bleibt.
Es ist also außerordentlich wichtig, dass du dir einen guten Standort für deine Himbeere raussuchst und dann eine entsprechende Sorte, die auch dazu passt.
Du kannst dir auch überlegen, und das ist meine persönliche Empfehlung, deine Himbeeren am Spalier anzubauen. Das hat verschiedene Vorteile:
- Der Rückschnitt ist deutlich einfacher und schneller erledigt
- Die Himbeeren wuchern nicht unkontrolliert
- Du kannst jedes Jahr den Rückschnitt so vornehmen, dass du möglichst viel fruchttragendes Holz erzeugst -> höherer Ertrag
- Du kannst dein Gemüse im lichten Schatten unter den Himbeeren in Mischkultur anbauen.
Das Spalier kannst du dir dabei selbst bauen oder aber auf fertige Lösungen aus dem Handel zurückgreifen.

Gute Gemüse und Blumen Nachbarn für die Himbeeren Mischkultur
Diese Gemüsesorten kannst du gut zu Himbeeren anbauen:
- Himbeeren und Ringelblumen12
- Schützt laut Gertrud Franck vor der Rutenkrankheit (Pilzerkrankung) bei jungen Himbeerpflanzen
- Himbeeren und Wicken3. Wicken sind Stickstoff-Fixierer und bringen so wichtige Nährstoffe auch für die Himbeere in den Boden.
- Vorsicht: Wicken können sich stark ausbreiten. Am besten pflanzt du sie nicht zu nahe an deinen Gemüsebeeten
- Himbeeren und Vergissmeinnicht4
- Vergissmeinnicht soll Himbeeren vor Beerenwanzen schützen
Auf einem Erdwall
- Himbeeren oben setzen
- Folgende Gemüsesorten an die schrägen Ränder des Erdwalls
- Feldsalat
- Schnittsalat
- Schnittlauch
- Lavendel
- Thymian
- Ysop
- Zitronenmelisse

Himbeeren Mischkultur mit Sträuchern und Bäumen
Natürlich lassen sich Himbeeren in Mischkultur auch mit anderen Halb- und Vollsträuchern oder sogar Bäumen kombinieren.
Genau wie beim Waldgarten ist die Kombination von Himbeeren mit Sträuchern und Bäumen ein Spiel von Licht und Schatten.
Designer Tipp: Viele Anfänger machen bei der Kombination von Sträuchern und Bäumen den Fehler, zu wenig Abstand zu lassen und unterschätzen die spätere Ausdehnung der Krone und der Blätter. Lasse lieber etwas mehr Abstand und sorge dafür, dass alle Pflanzen genug Licht bekommen.
Wenn du Himbeeren also kombinieren willst, solltest du sie, falls möglich, immer im Süden der anderen Sträucher und Bäume anpflanzen. Denn Himbeeren sind sonnenliebend. Ohne Sonne wirst du nicht viele Erträge mehr erzielen können (im Gegensatz zur Brombeere, die mit mehr Schatten zurechtkommt).
Folgende Sträucher passen gut zur Himbeere:
- Himbeere und Erbsenstrauch (caragana arborescens)
- Beide sind sonnenliebend, Erbsenstrauch ist Stickstoff-Fixierer und bringt somit Nährstoffe in den Boden. Erbsenstrauch wächst höher und kann deshalb im Norden der Himbeere stehen. Die Früchte des Erbsenstrauchs eignen sich hervorragend als Hühnerfutter.
- Himbeere und Ölweiden (eleagnus)
- Beide sonnenliebend, alle Ölweiden-Arten sind Stickstoff-Fixierer. Ölweiden können sehr groß werden und deshalb im Norden der Himbeere stehen. Ölweiden produzieren viele schmackhafte Früchte.
- Himbeere und Ginsterarten (genister)
- Ginster ist heimisch, zieht viele Insekten an und bindet ebenfalls Stickstoff.
- Himbeere und Schwarz-Erle (alnus glutinosa)
- Nur für nasse/feuchte Standorte und viel Platz. Die Schwarz-Erle ist ein extrem großer Baum, der selbst nur einen Holz-Ertrag liefert, aber ebenfalls Stickstoff bindet. Wenn du auf der Suche nach einem großen, schattenwerfenden Baum bist, kannst du Himbeeren auch hier wieder im Süden der Schwarz-Erle pflanzen.
Die oben genannten Sträucher und Bäume habe ich gewählt, weil sie einen der wichtigsten Nährstoffe, nämlich Stickstoff im Boden binden können und somit das Wachstum von Himbeeren anregen.
Grundsätzlich kannst du aber auch andere Sträucher wie Johannisbeere, Stachelbeere, Felsenbirne oder Jostabeere zusammen mit Himbeeren anbauen. Wichtig ist hier nur, dass du ausreichend Platz dazwischen lässt und für eine gewisse Windbelüftung sorgst, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.
Himbeeren Mischkultur im Waldgarten
Die Idee, Himbeeren mit anderen Sträuchern und Bäumen zu kombinieren gefällt dir? Dann wäre vielleicht auch ein Waldgarten etwas für dich. Himbeeren lassen sich hervorragend in Waldgärten integrieren – aber was ist ein Waldgarten überhaupt?
Kurz gesagt: Ein Waldgarten ist ein produktiver Garten, der dem Zustand eines lichten Waldes nachempfunden ist.
Produktiv heißt, dass der überwiegende Teil des Waldgartens (verschiedene) Erträge erwirtschaftet, darunter auch essbare (ganz nach Fokus der Pflanzenauswahl).
Lichter Wald heißt, dass man sich einen Waldgarten nicht wie einen Wald vorstellen sollte, sondern eher wie einen Waldrand an dem sowohl junge Gräser oder Gemüse (z. B. wilde Möhre), Kräuter (z. B. Schafgarbe, Gundermann), Beerensträucher (z. B. Himbeere oder Brombeere) und junge Bäume (Birke, Wildapfel) gemeinsam wachsen können.
Wenn wir diese Idee übertragen und uns vorstellen, dass es verschiedene Ebenen gibt, können Himbeeren ganz hervorragend integriert werden.
Beispiel:
- Mittelstarkwüchsige (Wurzelunterlage) Obstbäume in Richtung Norden in der hintersten Reihe
- Davor: stickstoff-fixierende Sträucher (z. B. Ginster, Ölweiden, etc.)
- davor und daneben: Beerensträucher wie z. B. Himbeeren
- zu den Himbeeren, verschiedene Stauden und (mehrjähriges) Gemüse (z. B. ewiger Kohl, Etagenzwiebel, Schnittknoblauch, etc.)
So entsteht eine Stufenartige Anordnung aus verschiedenen Wuchshöhen, wobei durch die Südausrichtung jede der Ebenen noch genügend Licht abbekommt.
Natürlich gibt es noch viele andere Arten, einen Waldgarten zu gestalten aber dies ist einmal ein erstes Beispiel wie man so etwas angehen kann.

Fazit
Himbeeren Mischkultur ist ein toller Ansatz, um Himbeeren im eigenen Garten erfolgreich anzubauen. Dabei kannst du Himbeeren sehr gut mit Gemüse, Kräutern und Blumen aber auch mit Sträuchern, Stauden und Bäumen kombinieren.
Einzelnachweise
- Gesunder Garten durch Mischkultur. Gemüse, Blumen, Kräuter, Obst: Altes Gartenwissen neu entdeckt. Von Gertrud Franck und Brunhilde Bross-Burkhardt. Oekom Verlag, 2019. Abschnitt: “Himbeere” ↩︎
- Schwester Christas Mischkultur. Biologisch gärtnern mit dem gesammelten Wissen der Klosterfrauen. Von Schwester Christa Weinrich und Jutta Langheineken. Verlag Eugen Ulmer, 2023. Seite 162 ↩︎
- Schwester Christas Mischkultur. Biologisch gärtnern mit dem gesammelten Wissen der Klosterfrauen. Von Schwester Christa Weinrich und Jutta Langheineken. Verlag Eugen Ulmer, 2023. Seite 165 ↩︎
- Schwester Christas Mischkultur. Biologisch gärtnern mit dem gesammelten Wissen der Klosterfrauen. Von Schwester Christa Weinrich und Jutta Langheineken. Verlag Eugen Ulmer, 2023. Seite 157 ↩︎
