Zuletzt aktualisiert am 22. September 2026 von Rene Franz
Das Gärtnern im Hochbeet hat viele Vorteile und wird deshalb gerne im Garten genutzt. Damit auch die Fruchtfolge gut klappt und es nicht zu Pflanzenkrankheiten kommt sollte auch die Fruchtfolge im Hochbeet beachtet werden. In diesem Beitrag möchte ich dir erklären worauf es dabei ankommt, welche Dinge das Hochbeet dabei einzigartig machen und was vielleicht auch Besonderes bei der Fruchtfolge im Hochbeet zu beachten ist.
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Inhaltsverzeichnis
Fruchtfolge Plan für das Hochbeet
Da die meisten Leser sicherlich nach einem konkreten Plan suchen, möchte ich den an dieser Stelle gleich liefern. Wer die Hintergründe interessiert kann dann weiter unten noch weiterlesen.
So habe ich konkret die Planung für mein Hochbeet gemacht:
- Jahr: Nachtschattengewächse – z. B. Tomaten, Auberginen, Paprika, etc. (Starkzehrer)
- Da im ersten Jahr viele Nährstoffe im Hochbeet sind, dürfen diese auch gerne von nährstoffliebenden Arten genutzt werden.
- Jahr: Fuchsschwanzgewächse – z. B. Rote Bete, Spinat
- Vor dem Anbau darf das Hochbeet gerne nochmal mit Erde befüllt werden, denn nach dem ersten Jahr setzt sich die Erde erfahrungsgemäß stark. Wichtig ist hier, keine zu nährstoffreiche Erde zu nutzen, da die Mittelzehrer sonst ein Überangebot an Nährstoffen hätten.
- Jahr: Leguminosen – Bohnen & Erbsen, z. B. Dicke Bohnen (Saubohnen). Ackerbohnen, Zuckererbsen, etc. (Schwachzehrer)
- Auch nach dem zweiten Jahr kann sich die Erde im Hochbeet noch setzen. Wenn aufgefüllt wird, sollte eine möglichst magere Erde verwendet werden. Bohnen & Erbsen sind Stickstoff-Fixierer und können sich ihren Stickstoff selbst aus der Luft holen. Das machen sie aber nur dann wenn die Erde nicht zu fett ist – die Pflanzen sind gewissermaßen ein bisschen “faul”.
- Nach dem Anbau sollten die Pflanzenteile und Wurzeln zerkleinert als Mulch auf dem Beet belassen werden, damit der Düngeeffekt stabil bleibt.
- Jahr: Kreuzblütler – Kohlarten – z. B. Weißkohl, Wirsing, Grünkohl, Kopfkohl, etc. (Starkzehrer)
- Vor dem Anbau kann durchaus auch wieder eine fettere (nährstoffreichere) Erde auf das Beet kommen.
- Sinnvoll ist auch eine Düngung mit Kalk und Urgesteinsmehl, da für eine fruchtbare Humuserde Tonminerale und Calcium benötigt werden.
- Jahr: Doldenblütler – Möhren, Pastinaken, Fenchel, Wurzelpetersilie (Mittelzehrer)
- Jahr: Feldsalat & Spinat (Fuchsschwanzgewächse und Geißblattgewächse) im zeitlichen Abstand, nicht räumlich zusammen.
- Durch die geringe Kulturdauer der Pflanzen kann man hier durchaus zwei oder auch mehr Ernten im Jahr erzielen.
Was man an diesem Beispielplan erkennen kann ist, dass ich im Grunde genommen immer zwei Aspekte berücksichtigt habe: Die Fruchtfolge nach Nährstoffbedarf und die Fruchtfolge nach Pflanzenfamilien. Den Hintergrund davon erfährst du im nächsten Abschnitt
Fruchtfolge im Hochbeet nach Pflanzenfamilien und Nährstoffbedarf
Was viele Fruchtfolge-Tabellen nicht berücksichtigen ist, dass Fruchtfolge nicht nur wichtig ist um die Nährstoffe richtig auszugleichen und zu nutzen, sondern auch Pflanzenkrankheiten zu vermeiden.
Pflanzenkrankheiten kennt jeder und es gibt viele verschiedene davon auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte.
Was aber bei zu häufigem Anbau von gleichen Pflanzenfamilien passiert ist, dass sich spezifische Pflanzenkrankheiten breit machen können. Diese sind vielleicht am Anfang noch nicht so sehr da, “überwintern” aber gewissermaßen im Boden und kommen dann nächstes Jahr umso stärker wenn sie ihren Wirt wiederfinden. Beispiele hierfür sind die Braunfäule (Eipilz: Phytophthora infestans) oder auch die Kohlhernie (Schleimpilz: Plasmodiophora brassicae).
Aus diesem Grund wechsle ich im Plan oben nicht nur die Gemüsepflanzen anhand ihres Nährstoffbedarfs (Starkzehrer – Mittelzehrer – Schwachzehrer) durch sondern wechsele auch die Pflanzenfamilien ab.
Warum ist das jetzt gerade im Hochbeet so wichtig?
Im Hochbeet haben wir eine relativ isolierte Erdumgebung. Im besten Falle ist das Hochbeet noch mit dem “normalen” Gartenboden nach unten hin verbunden, manchmal stehen Hochbeete aber auch auf dem Balkon oder auf einer verschlossenen Fläche (asphaltiert, gepflastert, etc.). Hier kann also erstmal kein oder zumindest weniger Austausch und Verstoffwechselung stattfinden als im normalen Gartenboden.
Deshalb ist es im Hochbeet umso wichtiger darauf zu achten, dass Krankheiten die für bestimmte Pflanzen und deren Familien typisch durch richtige Vorsorge gar nicht erst auftreten.
Mischkultur als Ergänzung für die Fruchtfolge im Hochbeet
Wer noch einen Schritt weiter gehen will, kann selbstverständlich zur Fruchtfolge im Hochbeet auch noch ergänzend den Mischkulturanbau einsetzen. Hierzu findest du auf unserem Blog sehr viele Ressourcen und Artikel, an dieser Stelle möchte ich nicht auf alle Einzelheiten zum Mischkulturanbau der oben genannten Gemüsesorten eingehen.
Wichtig ist mir aber darauf einzugehen wie man das Ganze jetzt kombiniert und zwar anhand von dem Beispiel wie ich es oben für mein Hochbeet geplant habe.
Eine Herausforderung vor der nämlich in meiner Erfahrung viele Leute stehen ist, dass sie Probleme damit haben die beiden Systeme Mischkultur und Fruchtfolgen miteinander zu kombinieren.
Und zugegeben: Vor Allem am Anfang ist es manchmal etwas kniffelig – Es wird mit der Erfahrung wie mit allem leichter. Damit du aber mal eine Idee davon bekommst wie so etwas konkret auf meiner Fläche aussehen kann möchte ich es dir trotzdem einmal zeigen. Wenn dir das noch zu komplex ist, kannst du aber auch erst einmal darauf verzichten – es ist eher ein zusätzlicher Nutzen zur normalen Fruchtfolge.
- Jahr: Tomaten und Basilikum in Mischkultur
- Basilikum gehört zu den Lippenblütlern und ist als Kraut nur wenig für Pflanzenkrankheiten anfällig. Man kann ihn praktisch immer zu Tomaten anbauen und erhöht damit den Gesamtertrag der Fläche, das Blütenangebot für Insekten und die Geruchsverwirrung sowie die Bodenvielfalt durch unterschiedliche Bewurzelung
- Jahr: Rote Bete und Salate in Mischkultur
- Salate können zwar Probleme wie Fäulnis und Pilzinfektionen bekommen, jedoch kommen sie in meiner Fruchtfolge oben noch nicht vor, sodass sie in Kombination mit der Roten Bete nicht betroffen sind.
- Jahr: Stangenbohnen und Gurken in Mischkultur
- Da Gurken zu den Kürbisgewächsen zählen und oben noch nicht vorkommen sind sie ideal als Begleitpflanzung zu den Stangenbohnen. Wichtig ist hier, den Stangenbohnen ausreichend Vorsprung und natürlich eine Rankhilfe zu geben, damit diese nach oben wachsen können, während die Gurken auf dem Boden ranken.
- Jahr: Weißkohl mit Borretsch
- Borretsch ist ein einjähriges Kraut, das den Kohl ideal in seinem Wachstum unterstützt. Die Blätter sind essbar und können in Salaten oder Kräuterquarks und Grüne Soße mit verarbeitet werden.
- Jahr: Karotten mit Zwiebeln in Mischkultur
- Der Klassiker. Da Zwiebelgewächse oben noch nicht vorkommen können sie hier sehr gut zum Einsatz kommen. Möhre und Zwiebel schützen sich bekanntermaßen gegenseitig.
- Jahr: Feldsalat & Spinat ohne Mischkultur (nur zeitlich versetzt)
- Hier brauchen wir keine Mischkultur weil die beiden Arten selbst schon recht gut zurechtkommen.
Bei der Kombination mit den Mischkulturen sehen wir also, dass wir sowohl beide Fruchtfolge-Systeme (nach Nährstoffen und nach Pflanzenfamilien) sowie die Mischkulturen miteinander integrieren können. Man braucht zwar ein bisschen Vorwissen, aber es ist durchaus möglich.
Vorkultur und Nachkultur für die Fruchtfolge im Hochbeet
Ein Weiteres spannendes und sehr sinnvolles Thema für die Fruchtfolge im Hochbeet ist der Anbau einer Vorkultur und Nachkultur.
Eine Vorkultur ist nichts anderes als eine Vorfrucht vor der eigentlich gewünschten Kulturpflanze und die Nachkultur Entsprechend die Nachfrucht.
Vor- und Nachkultur können auch Erträge erzielen, müssen es aber nicht. Der eigentliche Sinn davon ist die zusätzliche Stärkung der Fruchtfolge im Hochbeet und im Garten oder der Landwirtschaft Allgemein.
In der Regel wird bei der Nachkultur auch das Ziel verfolgt, Mulchmasse zu erzeugen, um das Beet den Winter über abzudecken. So wird zu starke Setzung und damit Verdichtung im Hochbeet vermieden.
Jedoch eignen sich für das Hochbeet bei Weitem nicht alle Pflanzen die man sonst in der Landwirtschaft für Vor- oder Nachkultur hernehmen würde.
Geeignete Vorkulturen für die Fruchtfolge im Hochbeet
- Ackerbohne ab Anfang März
- Ackerbohnen sind sehr frostsicher und eignen sich ideal für eine erneute Stickstoffdüngung im Beet durch die Stickstoff-Fixierende Eigenschaft von Bohnen und Linsen. Wichtig hier: Die Ackerbohne kommt nicht mehr zu Blüte, sondern wird vorher gehackt und auf dem Beet zum Mulchen gelassen.
- Spinat ab Ende Februar
- Spinat bringt viele Saponine in den Boden. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe die nachweislich das Wachstum von anderen Pflanzen erhöhen. Der Spinat kann natürlich auch geerntet und gegessen werden, als früher Vitaminboost im Frühjahr. Der Rest kann einfach abgemulcht und auf dem Beet liegengelassen werden.
Geeignete Nachkulturen für die Fruchtfolge im Hochbeet
- Phacelia (Bienenfreund)
- Schnell wachsende Gründüngung die noch bis September ausgesät werden kann. Bedeckt den Boden zuverlässig und schützt ihn so vor Frost- und Wettererosion. Außerdem lockert sie den Boden.
- Buchweizen
- Wächst schnell, unterdrückt ggf. hochkommende Beikräuter im Hochbeet und ist als Knöterichgewächs nicht in der Fruchtfolge vertreten. Bedeckt den Boden zuverlässig und friert bei Frost von selbst ab.
Fruchtfolge im Hochbeet nach Natalie Faßmann
Die Gartenbau-Ingenieurin Natalie Faßmann hat ebenfalls eine mehrjährige Fruchtfolge für das Hügelbeet entwickelt, die mich auch inspiriert. Ich möchte sie dir deshalb in Zügen kurz vorstellen, damit du auch noch eine Alternative zu meiner eigenen Planung für mein Hochbeet hast. Das Hügelbeet ist vom Grundprinzip her dem Hochbeet nämlich eigentlich recht ähnlich.
- 1. Jahr: Mittelstarkzehrer: Gurken, Zucchini, Kürbisse, Zuckermais1
- Mein Kommentar: Das macht vor allem dann Sinn, wenn die Erde die du für das Hochbeet benutzt nicht zu fett ist. Achte also beim Befüllen darauf, eine nicht zu nährstoffreiche Erde zu nutzen.
- 2. – 4. Jahr: Starkzehrer: Tomaten, Paprika, Auberginen, Kohlarten
- Mein Kommentar: Faßmann geht davon aus, dass das Beet große Mengen an Nährstoffen durch die Verrottung des Material im unteren Bereich freisetzt. Das geht aus meiner Sicht aber nur dann auf, wenn man auch gewisse Mengen an stickstoffreichem Material unten einbringt. Wenn das Hochbeet wie ich es selbst machen würde größtenteils mit holzigem Material aufgefüllt wird, wird der Stickstoff eher für die Kompostierung des Holzes benötigt. Wenn du aber viele Küchenabfälle, Rasenschnitt, Bokashi, etc. mit in die Hochbeet-Aufschichtung einbringt kannst du es so machen wie hier dargestellt.
- 5. und 6. Jahr: Wieder Mittelstarkzehrer: Salate, Spinat, Mangold, Rote Bete und Rettiche
- Hier geht Faßmann davon aus, dass die Nährstoffkonzentration langsam sinkt und deshalb auch wieder Mittelstarkzehrer angebaut werden können
Wichtig ist mir an dieser Stelle, dass ich diese Art der Fruchtfolge noch nicht selbst ausprobieren konnte. Die hier dargestellte Fruchtfolge im Hochbeet basiert also nicht wie oben auf meinen eigenen Erfahrungen, sondern ist als Ergänzung für dich als Leser aufgeführt.
Diese Planung basiert auf der Annahme, dass das Hochbeet recht nährstoffreich aufgeschichtet wurde – mit Grünschnitt, Rasenschnitt, Mist oder Küchenabfällen, die für eine stärkere Kompostierung sorgen.
Fazit
In diesem Beitrag habe ich dir verschiedene Wege aufgezeigt wie eine Fruchtfolge im Hochbeet aussehen kann. Dazu gehört meine eigene Planung die ich dir erläutert habe sowie deren Hintergründe und noch eine weitere Beispielplanung von der Gartenbau-Ingenieurin Natalie Faßmann. Außerdem bin ich darauf eingegangen wie auch die Mischkultur bei der Fruchtfolge im Hochbeet mit integriert werden kann. Mit diesen Tipps solltest du definitiv in der Lage sein deinen eigenen Anbau im Hochbeet mit der richtigen Fruchtfolge zu starten und nach und nach deine eigenen Planungen zu erstellen.
Titelbild: Thomas / stock.adobe.com
Einzelnachweise
- Auf Gute Nachbarschaft – Mischkultur im Garten. Gemüse – Kräuter – Zierpflanzen. Von Natalie Faßmann und Margret Schneevoigt. Abschnitt “Auf dem Hügelbeet”. ↩︎
