Zuletzt aktualisiert am 18. März 2026 von Rene Franz
Du möchtest mehr Nährstoffe in deinem Garten? Mit Stickstoff Fixierern kannst du den wichtigen Nährstoff Stickstoff in deinem Boden binden und bist damit weniger auf Nährstoffe aus dem Gartenmarkt angewiesen. Außerdem bekommen die Pflanzen in der Umgebung auf diese Weise direkt und Jahr für Jahr wieder kostbares Stickstoff für ihren Nährstoffvorat.
In diesem Beitrag erkläre ich dir, wie du dir die Kraft der Stickstoff Fixierer zu Nutze machen kannst.
(Titelbild: Marina / stock.adobe.com)
Inhaltsverzeichnis
Die Wichtigkeit des Stickstoffs für die Pflanzen
Welchen Nutzen haben Stickstoff Fixierer aber eigentlich für den Boden und den Garten ganz Allgemein?
Was du wissen solltest ist, dass Stickstoff einer der wichtigsten Nährstoffe überhaupt für die Pflanzen ist:
- Stickstoff ist einer der wichtigsten Bausteine für Aminosäuren und DNA der Pflanzen1
- Damit ist er direkt für das Wachstum der Pflanzen verantwortlich
- Pflanzen brauchen Stickstoff auch, um den grünen Farbstoff in den Blättern, das Chlorophyll zu produzieren.
- Nur durch Chlorophyll bekommen Pflanzen über die Photosynthese ihre Energie aus dem Sonnenlicht
Vor der Erfindung der Haber-Bosch-Synthese wurde Stickstoff noch über Gülle und Mist in den Boden eingebracht, aber auch Hülsenfrüchte wurden zur Stickstoff-Fixierung im Boden eingesetzt.
Heute ist Stickstoff durch künstlichen Dünger in Hülle und Fülle verfügbar – das heißt aber nicht, dass wir ihn nutzen müssen.
In der Permakultur versuchen wir immer, uns von externen Stoffen unabhängig zu machen und möglichst auf Autarkie zu setzen. Außerdem nutzen wir immer Erneuerbare Ressourcen und Leistungen wo es geht. Stickstoff Fixierer machen das für uns möglich.
Tabelle 1: 22 Einjährige Stickstoff Fixierer

| Deutscher Name | Botanischer Name | Lebensdauer | Anbauhinweise | Mögliche Giftigkeit / Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Erbse | Pisum sativum | einjährig | Früh aussäen, eher kühl, Rankhilfe bei hohen Sorten; gut in Mischkultur | i. d. R. unproblematisch |
| Busch-/Stangenbohne | Phaseolus vulgaris | einjährig | Erst nach Frost; warmen Boden bevorzugen; Stangenbohnen mit Rankhilfe | roh giftig(Lectine/Phasin), nur gekocht |
| Ackerbohne / Saubohne | Vicia faba | einjährig | Sehr früh möglich; tiefgründige, frische Böden; guter Vorfruchtwert | bei empfindlichen Personen Favismus-Risiko |
| Linse | Lens culinaris | einjährig | Mager, warm, eher trocken; oft mit Stützfrucht anbauen | roh unverträglich, gekocht üblich |
| Kichererbse | Cicer arietinum | einjährig | Warm, trocken, durchlässig; keine Staunässe | roh nicht für Verzehr gedacht |
| Sojabohne | Glycine max | einjährig | Wärmeliebend; Inokulation oft sinnvoll; sonnig | roh/ungenügend erhitzt unverträglich |
| Kuherbse | Vigna unguiculata | einjährig | Sehr warm; trockenheitsverträglich; in DACH eher warme Lagen/Folientunnel | wie Bohnen: nicht roh essen |
| Erdnuss | Arachis hypogaea | einjährig | Sehr warm, sandig, locker; unter Folie/Tunnel deutlich besser | Allergiepotenzial; Schimmel vermeiden |
| Saatwicke | Vicia sativa | einjährig | Schnellwüchsig; gut in Mischungen mit Getreide; als Mulch gut nutzbar | nicht als Speisepflanze nutzen |
| Zottelwicke / Winterwicke | Vicia villosa | einjährig / winterannuell | Herbst- oder Frühjahrssaat; winterhart; starke Biomasse | nicht als Speisepflanze nutzen |
| Inkarnatklee | Trifolium incarnatum | einjährig / winterannuell | Herbst- oder Frühjahrssaat; vor Samenreife schneiden | keine relevante Giftigkeit bekannt |
| Alexandrinerklee | Trifolium alexandrinum | einjährig | Sehr schnell; frostempfindlich; gut für Sommerbegrünung | keine relevante Giftigkeit bekannt |
| Perserklee | Trifolium resupinatum | einjährig | Raschwüchsig; eher feuchtigkeitsliebend; gute Bienenpflanze | keine relevante Giftigkeit bekannt |
| Unterirdischer Klee | Trifolium subterraneum | einjährig | Eher für milde, trockene Lagen; versamt sich selbst | keine relevante Giftigkeit bekannt |
| Serradella | Ornithopus sativus | einjährig | Sehr gut für saure Sandböden; eher mager | keine relevante Giftigkeit bekannt |
| Bockshornklee | Trigonella foenum-graecum | einjährig | Warm, sonnig, schnell; auch als Gewürz-/Heilpflanze | in Küchenmengen meist unproblematisch |
| Blaue Lupine | Lupinus angustifolius | einjährig | Für arme, eher saure Böden; keine Staunässe; Inokulation kann helfen | bittere Typen giftig, Süßlupinen nur korrekt verwenden |
| Weiße Lupine | Lupinus albus | einjährig | Tiefgründig; etwas kalktoleranter als andere Lupinen | wie oben: Alkaloide möglich |
| Gelbe Lupine | Lupinus luteus | einjährig | Sehr gut auf leichten, sauren Böden | wie oben: Alkaloide möglich |
| Saat-Platterbse | Lathyrus sativus | einjährig | Robust, trockenheitsverträglich; eher für Spezialanbau | bei häufiger Nutzung neurotoxisch |
| Gelber Steinklee | Melilotus officinalis | zweijährig | Trocken, kalkliebend, tiefwurzelnd; gute Bienenpflanze | Cumarin; verschimmeltes Futter problematisch |
| Weißer Steinklee | Melilotus albus | zweijährig | Wie Gelber Steinklee; gut für magere Standorte | wie oben |
Tabelle 2: 12 Mehrjährige Stickstoff Fixierer Stauden

| Deutscher Name | Botanischer Name | Lebensdauer | Anbauhinweise | Mögliche Giftigkeit / Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Weißklee | Trifolium repens | mehrjährig | Trittfest, schnittverträglich, ideal als lebender Mulch | keine relevante Giftigkeit bekannt |
| Rotklee | Trifolium pratense | mehrjährig / kurzlebig | Tiefwurzelnd; gut für Bodenlockerung; 2–3 Jahre | keine relevante Giftigkeit bekannt |
| Schwedenklee / Alsikeklee | Trifolium hybridum | mehrjährig / kurzlebig | Verträgt eher feuchtere, kühlere Böden | keine relevante Giftigkeit bekannt |
| Luzerne / Alfalfa | Medicago sativa | mehrjährig | Tiefwurzler; liebt Sonne, Kalk, gute Drainage; hasst Staunässe | für Wiederkäuer Blähungsrisiko, sonst wenig problematisch |
| Hornklee | Lotus corniculatus | mehrjährig | Sehr gut für trockene, magere Standorte; pollinatorfreundlich | geringe cyanogene Stoffe möglich |
| Esparsette | Onobrychis viciifolia | mehrjährig | Kalkliebend, trockenheitsverträglich, keine Staunässe | keine relevante Giftigkeit bekannt |
| Wundklee | Anthyllis vulneraria | mehrjährig | Für trockene, kalkreiche, magere Flächen | keine relevante Giftigkeit bekannt |
| Bunte Kronwicke | Securigera varia | mehrjährig | Sehr robust; erosionshemmend; kann stark ausbreiten | giftig, v. a. Samen; nicht für Kinderbereiche |
| Futter-Geißraute | Galega orientalis | mehrjährig | Feuchte bis frische, nährstoffreiche Böden; viel Biomasse | Galega-Arten nur mit Vorsicht, nicht als Nahrung |
| Echte Geißraute | Galega officinalis | mehrjährig | Sonnig, frisch; versamt sich teils stark | giftig, nicht essbar |
| Sulla / Spanische Esparsette | Hedysarum coronarium | kurzlebig mehrjährig / zweijährig | Eher für milde, trockene Lagen; kalkliebend | keine relevante Giftigkeit bekannt |
| Falscher Indigo | Baptisia australis | mehrjährig | Sonnig, gut drainiert; eher Zierpflanze als Gründünger | giftig, nicht essbar |
Tabelle 3: 21 Stickstoff Fixierer Sträucher und Bäume

| Deutscher Name | Botanischer Name | Lebensdauer | Anbauhinweise | Mögliche Giftigkeit / Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Robinie | Robinia pseudoacacia | mehrjährig | Sonnig, trocken bis frisch, sehr robust; starke Wurzelausläufer | Rinde, Blätter, Samen giftig -> Achtung invasiv! |
| Sibirischer Erbsenstrauch | Caragana arborescens | mehrjährig | Windhart, trockenheitsverträglich, gut für Windschutzhecken | keine starke Giftigkeit bekannt; nicht primär Esspflanze |
| Goldregen | Laburnum anagyroides | mehrjährig | Sonnig, gut drainiert; nur als Ziergehölz | stark giftig, alle Teile |
| Besenginster | Cytisus scoparius | mehrjährig | Magere, sandige, saure Böden; kurzlebig; kann invasiv werden | giftig |
| Färberginster | Genista tinctoria | mehrjährig | Sonnig, trocken, mager | leicht bis mäßig giftig |
| Stechginster | Ulex europaeus | mehrjährig | Mildes Klima, sonnig, sauer, trocken; sehr dornig; invasionsgefährdet | giftig |
| Blasenstrauch | Colutea arborescens | mehrjährig | Sonnig, trocken, kalktolerant; gute Heckenpflanze | Samen leicht giftig |
| Schwarzerle | Alnus glutinosa | mehrjährig | Feucht bis nass; ideal für Sickerlinien, Teichrand, Auen | keine relevante Giftigkeit bekannt |
| Grauerle | Alnus incana | mehrjährig | Kühl, frisch bis feucht; gute Pionierart | keine relevante Giftigkeit bekannt |
| Italienische Erle | Alnus cordata | mehrjährig | Trockentoleranter als andere Erlen; schnellwüchsig | keine relevante Giftigkeit bekannt |
| Grünerle | Alnus alnobetula(syn. A. viridis) | mehrjährig | Eher kühle Lagen; kann stark buschig/austriebsfreudig sein | keine relevante Giftigkeit bekannt |
| Sanddorn | Hippophae rhamnoides | mehrjährig | Sonnig, sandig bis steinig; männliche + weibliche Pflanzen nötig; bildet Ausläufer | Beeren essbar, Dornen beachten |
| Schmalblättrige Ölweide | Elaeagnus angustifolia | mehrjährig | Sehr robust, trockenheits- und salztolerant; regional invasiv beachten | keine relevante Giftigkeit bekannt |
| Herbstolive | Elaeagnus umbellata | mehrjährig | Sonnig, robust, fruchtbar; regional invasiv beachten | Früchte essbar |
| Goumi / Vielblütige Ölweide | Elaeagnus multiflora | mehrjährig | Sonnig bis halbschattig; sehr gute Essfrucht für Permakultur | Früchte essbar |
| Immergrüne Ölweide | Elaeagnus × ebbingei | mehrjährig | Für milde Lagen; guter Windschutz; schnittverträglich | keine relevante Giftigkeit bekannt |
| Silberbüffelbeere | Shepherdia argentea | mehrjährig | Sonnig, trocken, männlich/weiblich beachten; dornenreich | Früchte reif essbar, unreif Magenreizungen möglich |
| Gagelstrauch | Myrica gale | mehrjährig | Sauer, humos, feucht bis nass; nicht kalkliebend | nicht als Nahrung gedacht; ätherische Stoffe reizend möglich |
| Farnmyrte / Sweetfern | Comptonia peregrina | mehrjährig | Sauer, sandig, gut drainiert; bildet Kolonien | keine relevante Giftigkeit bekannt |
| Amerikanische Säckelblume | Ceanothus americanus | mehrjährig | Warm, sonnig, sehr gut drainiert; winterfeuchteempfindlich | keine relevante Giftigkeit bekannt |
| Blauregen | Wisteria sinensis | mehrjährig | Nur mit stabiler Rankhilfe; starkwüchsig; eher Zierpflanze | Samen und Hülsen giftig |
Wie kombiniere ich Stickstoff Fixierer mit anderen Pflanzen?
Genau wie in der Mischkultur versuchen wir, Stickstoff Fixierer sinnvoll mit anderen Pflanzen zu kombinieren.
Hier haben wir natürlich die Wahl, welche Stickstoff Fixierer wir wirklich wählen: Einjährige, Mehrjährige Stauden oder Mehrjährige Gehölze.
- Direkte Kombination im Beet: Am besten kombinierst du hier Einjährige Stickstoff Fixierer direkt mit anderen Gemüsesorten, z. B. Tomate mit Bohne.
- Zeitliche Abfolge im Beet: Baue z. B. im Frühjahr frostharte Ackerbohne vor deiner eigentlichen Kultur an, hacke die Pflanzenteile und lasse sie zum mulchen auf dem Boden liegen. So kommt der Stickstoff ideal für die Folgekultur ins Beet. Du kannst auch eine Nachkultur mit Stickstoff Fixierern machen, z. B. Lupine im Spätsommer, Ende Juli bis Mitte August.2
- In der Obstbaum-Lebensgemeinschaft: Nutze Sträucher aus der Tabelle oben Stickstoff Fixierer, um umliegende Obst- oder Nussbäume und Beerensträucher mit Stickstoff zu versorgen. Hier kannst du z. B. Ölweidengewächse oder Ginsterarten verwenden. Sie besorgen sich nicht nur ihren eigenen Stickstoff sondern verlieren auch jedes Jahr Blätter, die ganz von selbst auf den Boden fallen und den Boden mit Stickstoff düngen
- Als Kompostpflanzen: Du kannst auch ganz gezielt Stickstoff-Fixierer anbauen (dann am besten an stickstoffarmen Standorten) um die Blätter oder Stängel im Kompost zu verwerten. Der Komposthaufen setzt natürlich einen Teil des Stickstoffs um, aber wenn du viel stickstoffhaltige Blätter mit im Kompost hat, steigt auch der Gesamtstickstoffgehalt des fertigen Komposts.
Ganz Wichtig: Grundsätzlich sind alle Stickstoff Fixierer stark durchsetzungsfähige Pionierpflanzen auf mageren Standorten. Sie können mit sehr geringen Nährstoffen überleben, da sie ihr Stickstoff ja selbst erzeugen.
Das führt auf Magerstandorten (mit hoher Artenvielfalt) aber Umständen dazu, dass seltene und bedrohte Pflanzen verdrängt werden.
Wenn du also einen Magerstandort hast, überlege dir ob es sinnvoll ist dort überhaupt Stickstoff Fixierer anzubauen – die Artenvielfalt ist in vielen Fällen viel wertvoller als die gesteigerte Bodenfruchtbarkeit an der einen Stelle.
Manche Stickstoff Fixierer haben auch die Tendenz sich unkontrolliert auszubreiten, wie z. B. die Robinie. Informiere dich also immer ob eine Pflanze in deiner Region schon als invasiv gilt und ggf. besser nicht angepflanzt werden sollte.
FAQ – Häufig Gestellte Fragen
Was ist ein Stickstoff Fixierer?
Ein Stickstoff Fixierer ist eine Pflanze, die Stickstoff aus der Luft binden kann. Sie bindet den Stickstoff erst an den Wurzeln und transportiert den Nährstoff dann in die Blätter und andere Pflanzenteile um das Wachstum anzukurbeln.
Welche Pflanzen binden Stickstoff im Garten?
Linsen, Bohnen, Ölweiden, Erlen, Ginster, Kleearten, Erbsenstrauch, Lupinen, Soja, Kichererbse, usw.
Sind Lupinen gute Stickstoff Fixierer?
Ja, Lupinen sind gute Stickstoff Fixierer. Wie andere Hülsenfrüchte können sie gut als Stickstoff Fixierer eingesetzt werden. Allerdings werden sie im Garten eher selten angebaut.
Können Bäume auch Stickstoff Fixieren?
Ja, auch viele Bäume fixieren Stickstoff. Die größten darunter sind sicherlich die Erlen, die extrem hoch wachsen können. Aber auch die Robinie oder die Ölweiden können Stickstoff binden.
Wann lohnt sich der Einsatz von Stickstoff Fixierern besonders?
Immer dann wenn du wenig Stickstoff im Boden hast. Stickstoff Fixierer arbeiten nämlich umso besser, je weniger Stickstoff im Boden vorhanden ist. Wenn viel Stickstoff im Boden vorhanden ist, nimmt ihre Aktivität ab, da sie so Energie sparen.
Fazit
Stickstoff Fixierer sind tolle Pflanzen die uns im Garten dabei helfen den Nährstoffhaushalt auszugleichen und uns autarker und unabhängiger von externen Nährstoffen zu machen. Es gibt vielfältige Pflanzen, die oft auch essbar sind und gleichzeitig Stickstoff im Boden und in den Blättern binden. Stickstoff Fixierer Gehölze machen dabei im Grunde genommen am meisten Sinn, da sie den umliegenden Boden Jahr für Jahr ganz ohne dein Zutun von selbst düngen. Dein Nährstoffmanagement ist damit in Punkto Stickstoff quasi von selbst erledigt.
