Zuletzt aktualisiert am 7. März 2026 von Rene Franz
Ohne Permakultur Zonen im Garten hast du folgendes Problem: Du läufst immer ewig durch den Garten zu Orten wo du täglich hin musst. Hast du mal beobachtet wie oft du unnötige Wege im Garten läuft und damit wertvolle Zeit verschwendest? In diesem Beitrag erkläre ich dir praxisorientiert wie du konkret vorgehst um die Permakultur Zonen in deinem Garten zu verwirklichen – Praxis First – Theorie Second!
Inhaltsverzeichnis
3 Dinge die du sofort umsetzen kannst
- Beobachte deine Laufwege. Gehst du vielleicht zu oft an Ort die weit weg liegen? Beispiel: Gewächshaus in weiter Entfernung. Wasserstelle in größerer Distanz, etc.
- Schreibe alles auf was regelmäßige Pflege benötigt und was nicht. Schreibe auf, wo du häufig lange Wege hin und zurück läufst.
- Erstelle eine grobe Skizze deines Gartens. Diese brauchst du später für die Zonierung. Sie muss nicht maßstabsgetreu sein.
- Überlege dir, welche Orte in deinem Garten von kurzen Laufwegen profitieren könnten: Alles was viel Pflege braucht: Hünerstall, Gemüsebeet, Gewächshaus usw.
Mit diesen Drei Schritten kannst du sofort in’s Tun und in die Handlung kommen – wenn du später Zeit hast, kannst du dir die Hintergründe immer noch durchlesen. Viel Spaß bei der Umsetzung!
Was sind Permakultur Zonen?
Permakultur Zonen sind Bereiche in deinem Garten, die unterschiedlich stark genutzt werden.
Was heißt das konkret?
- Du gehst täglich deine Hühner füttern
- Du gehst täglich deine Tomaten im Mischkultur-Gemüsebeet ausgeizen
- Du gehst täglich gießen
- Du gehst aber nur jährlich deine Obstbäume ernten
- Und du reinigst nur jährlich deine Tropfbewässerung.
Es gilt also bei den Permakultur Zonen herauszufinden: Was mache ich täglich in meinem Garten? Was wöchentlich? Was jeden Monat? Und was noch seltener?
Was ist der Vorteil bei den Permakultur Zonen? Du findest Potentiale um Zeit zu sparen! Die meisten von uns haben ein sehr geschäftiges Leben. Warum mit unnötigen Laufwegen Zeit verschwenden?
Kurzum: Permakultur Zonen lösen das Problem von Zeitverschwendung durch unnötige Laufwege im Garten!
Welche Zonen gibt es?
Folgende Zonen haben sich in der Permakultur etabliert:
- Zone 0: Anbau im Haus und auf dem Balkon (mehrmals täglich)
- Mögliche Elemente: Küchenkräuter auf der Fensterbank, Microgreens und Sprossen (Indoor), Indoor-Kompost (Wurmkiste, Bokashi), Balkonbeete, Balkonkübel, Jungpflanzenanzucht

- Zone 1: Intensiver Gemüse- und Küchengarten (mindestens täglich)
- Mögliche Elemente: Gewächshaus, Hochbeete, Gemüsebeete Allg. (vor allem Fruchtgemüse), Kräuterbeete für regelmäßigen Küchenbedarf, Hühnerstall, Wassercontainer, Wassertonnen (da am Haus angeschlossen), Bewässerung für Gemüse (Gartenschlauch, Tropfbewässerung, etc.), Komposthaufen für Küchen- und Gemüsegartenabfälle, Regengärten

- Zone 2: Normal genutzter Garten (mehrmals pro Woche)
- Lagergemüse (Kartoffeln, Karotten, Wurzelgemüse, etc.), Beerensträucher, Spindel- und Spalierobst, generell schwachwüchsige Obstbäume, Bienenstöcke, größere Kompostmieten, Hügelbeete, Kräuterspiralen (kann aber auch in Zone 1 fallen, je nach Größe), Laufenten, Fischteiche

- Zone 3: Extensivere Bereiche der Selbstversorgung (einmal pro Woche)
- Größere Obst- und Nussbäume (Hochstämme), Obstbaum-Gemeinschaften und Polykulturen, Waldgarten, Naturteiche, Wasserrückhaltebecken, Weidetiere

- Zone 4: Extensivste Bereiche der Nutzung (seltener als einmal pro Woche)
- Streuobstwiesen, Wildweiden, Futtergras, Wildobsthecken, Naturteiche, Pilzanbau auf Holzstämmen, Kurzumtriebsplantagen (Feuerholz / Energieholzanbau)
- Zone 5: Wildnisbereiche: Keine Nutzung / Kultivierung (nur zur Beobachtung und Sammlung)
- Wald, Totholzbereiche, Insektenhabitate, Feuchtbiotope, “Hotspot-Zonen” (Abgemagerte Wiesenflächen, nach dem Drei-Zonen-Garten-Modell von Markus Gastl)
Schritt-Für-Schritt: Permakultur Zonen im Garten Definieren
Wie kannst du jetzt konkret vorgehen um die Permakultur Zonen in deinem Garten zu definieren?
Du brauchst:
- Eine (grobe) Skizze deines Gartens
- Eine Vorstellung über die derzeitige Nutzung deines Geländes: Wie oft gehst du wohin?
- Transparentpapier und (Bunt-)Stifte
Schritt 1: Derzeitige Nutzung Einzeichnen
Damit du erst einmal eine visuelle Vorstellung bekommst was gut und was schlecht läuft in Bezug auf die Nutzung deines Gartens, solltest du die bestehenden Zonen im Garten einmal einzeichnen.
Das heißt konkret: Überlege dir nicht, wie es sein könnte, sondern zeichne den IST-Zustand sein!
Wenn du zum Beispiel 50 Meter zum Gemüsebeet laufen musst, platziere das Gemüsebeet in Zone 1, aber diese Zone sollte entsprechend weit weg sein von deinem Haus.
Wenn dieses Gemüsebeet jetzt auch noch alleine und separiert steht von anderen, sinnvollen Permakultur-Elementen, dann zeichnest du eine “Insel-Zone” – sie steht also ganz alleine.
So fährst du fort mit deinen restlichen Elementen und Zonen.
Schritt 2: Ordne die Orte nach Nutzungshäufigkeit
Okay. Du hast jetzt eingezeichnet wo deine Permakultur-Elemente und Orte sind und zu welcher Zone sie gehören. Schreibe dir jetzt auf, wie häufig du dorthin laufen musst. Zum Beispiel so:
| Permakultur-Element | Nutzungshäufigkeit |
| Gemüsebeet | täglich |
| Hühnerstall | täglich |
| Komposthaufen (groß) | wöchentlich |
| Apfelbaum | 2x pro Jahr (Schnitt und Ernte) |
Nachdem du diese Auflistung gemacht hast, wirst du schnell sehen, was näher an deinem Haus und was weiter weg sein kann.
Schritt 3: Optimiere die Anordnung deiner Permakultur Zonen im Garten
Jetzt kommst du zur eigentlichen Verbesserung. Nach diesem Schritt wirst du dir einiges an Energie und Zeit sparen können.
Nehme jetzt ein weiteres Transparentpapier zur Hand, und verschiebe die Position der Elemente die häufiger genutzt werden näher zu deinem Haus.
Natürlich kannst du nicht alle Elemente mit dem gleichen Aufwand verschieben. Du kannst keinen 20 Jahre alten Baum einfach umpflanzen. Es geht hierbei also um die Dinge, die du verschieben kannst: Hochbeete, Gewächshaus, Wassertonne, etc.
Nachdem du die Elemente näher an dein Haus verschoben hast, kannst du die Elemente erneut einzeichnen. Dann hast du deine Permakultur Zonierung abgeschlossen und hast eine deutlich bessere und klügere Planung als vorher.
Typischer Fehler bei Permakultur Zonen im Garten
Wichtig: Zonen sind nicht immer Kreise die sich gleichförmig ausbreiten. Permakultur Zonen können sehr unterschiedlich sein und auch mitten im Garten auftauchen. Es kommt auf die Anordnung der Elemente an, aber auch auf die Topographie des Geländes sowie andere Umweltfaktoren wie Licht, Sonne, Schatten und Wind.
Beispiel: Ein toter Baum als Lebensraum für Insekten, kombiniert mir Insektenhotels und umpflanzt von Blühkräutern kann eine Zone 5 sein, die sich direkt im Gemüsegarten befindet.
Nutze also deinen eigenen gärtnerischen Hausverstand: Erstelle keine Permakultur Zonen nur “damit du sie hast”, sondern passe alle Zonen an deinen Garten an und gestalte sie so, dass sie für DICH und deinen Garten Sinn ergeben. Das ist es worum es bei Permakultur Gestaltung geht.
FAQ – Häufige Fragen zu Permakultur Zonen im Garten
Wie viele Zonen gibt es?
Es gibt 6 Permakultur Zonen. Zone 0: Haus und Balkon. Zone 1: Intensivster Gemüse- und Kräutergarten. Zone 2: Normal genutzter Garten. Zone 3: Extensivere Bereiche der Selbstversorgung. Zone 4: Extensivste Bereiche der Selbstversorgung. Zone 5: Wildniszonen.
Muss ich alle Zonen haben?
Nein, in manchen Gärten macht es auch überhaupt keinen Sinn alle Permakultur Zonen zu haben. In einem 200 Quadratmeter-Garten hat man keine Zone 3 und 4, da hierfür einfach zu wenig Platz ist. Die Zone 5 kann jedoch mit kleinen Wildnisbereichen (Wasserstelle, Totholz, Steinhaufen, etc.) realisiert werden.
Funktionieren Zonen auch im kleinen Garten?
Ja, allerdings lässt du dann Zone 3 und 4 Weg. Du kannst mit Zone 0, 1 und 2 sehr gut auch im kleinen Garten arbeiten.
Gibt es Zonen im Schrebergarten?
Ja, auch in Schrebergärten kannst du Permakultur Zonen wie gewohnt nutzen. Je nach Größe des Schrebergartens lässt du aber die Zonen 3 und 4 aus.
Kann ich Zonen nachträglich verändern?
Ja, Zonen können durchaus nachträglich verändert werden. Wenn du zum Beispiel bemerkst, dass du doch häufiger zu einem Element in Zone 4 läufst, kannst du das Element in eine Zone umziehen, die näher an deinem Haus ist.
Sind Zonen immer kreisförmig?
Nein. Die Form der Zone hängt ganz von der jeweiligen Nutzung ab. Auch gewundene, geschwungene und ganz individuell zugeschnittene Zonen sind in der Permakultur sehr üblich und teilweise auch gewollt.
Fazit
Permakultur Zonen im Garten helfen dabei die Nutzungshäufigkeit von Orten in deinem Garten zu untersuchen und zu verbessern. Das Ziel der Permakultur Zonierung ist letztlich ist, Energie, Zeit und Aufwand zu sparen.
Mit der Schritt-Für-Schritt-Anleitung in diesem Beitrag kannst du die Permakultur Zonierung direkt auf deinen Garten anwenden und so viel Zeit und Geld sparen. Schreib’ mir in die Kommentare, welche Erfolge du erzielt hast!
Wenn du mehr Interesse an Permakultur hast, lade dir jetzt unseren kostenfreien Ratgeber zur Einführung in die Permakultur herunter!
Titelbild: myjourney / stock.adobe.com
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